Verschiedene Begabungen und Leistungsvermögen können bei den Schüler/innen der Integrierten Gesamtschule angetroffen werden. Darauf stellen sich die Lehrer/-innen mit einem nach grundlegenden und erweiterten Anforderungen differenzierten Fachunterricht ein. Darüber hinaus machen wir unseren Schülerinnen und Schülern noch besondere Angebote:

Das Projekt Steine des Anstoßes an der Ida Ehre Schule

Seit  August 2009 gibt es ander Ida-Ehre-Stadtteilschule ein jahrgangsübergreifendes Projekt mit dem Namen „Steine des Anstoßes“.

Wir suchen Spuren aus der Nazizeit in der damaligen Jahnschule und fragen unsbesonders, was aus dem etwa 50 jüdischen Schülern geworden ist, die 1932 diese Schule besucht haben.

Der Ida-Ehre-Kulturverein hat einen Wettbewerb der Körber-Stiftung im Rahmen der Aktion Anstiften gewonnen, so dass unsere Spurensuche finanziell und personell großzügig unterstützt wird.

Was haben wir bisher erreicht?

  • Als Erinnerung an die jüdischen Schülerin RenateFreimuth, die in Chelmno von den Nazis ermordet wurde, haben wir einenStolperstein vor der Schuleverlegen lassen.
  • Wir haben bereits etliche ehemalige jüdischeSchülerinnen und Schüler ausfindig gemacht, Biografien erforscht, Interviewsgeführt und gefilmt.
  • Wir haben einen Ordner mit Archivmaterial angelegt,der für den Unterricht zugänglich gemacht werden soll.
  • Wir haben einen Tag im jüdischen Museum in Berlinverbracht und uns dort informiert.
  • Wir haben eine Veranstaltung zum 9. Novemberdurchgeführt, bei der Schüler und Schülerinnen aus vielen Jahrgängen ihreArbeitsergebnisse zum Thema Judentum und Nationalsozialismus in Film, Musik,Text und Darstellendem Spiel vorgestellt haben.
  • Wir haben Projekte und Unterrichtseinheiten in denJahrgängen unterstützt.

Was sind die nächsten Schritte?

  • Im Februar soll die Suche nach ehemaligen jüdischenSchülern fortgesetzt und vorläufig abgeschlossen werden.
  • Weitere Zeitzeugen sollen interviewt werden.
  • Außerdem werden wir die vorhandenen Ergebnisse zueiner Dokumentationsbroschüre zusammentragen und ergänzen.
  • Das Archivmaterial soll gesichtet, geordnet undgedruckt werden.
  • Weitere Schüler und Jahrgänge sollen in ihrenProjekten unterstützt werden
  • Die Stadtteilgeschichte soll genauer unter die Lupegenommen werden

Wer nimmt an dem Projektteil?

Die Projektgruppe besteht aus Schülerinnen und Schülern unter der Leitung von Frau Mandos, Herrn Kuhn und Frau Schlünzen. Den ersten Teil des Projekts haben wir hinter uns, aber wir benötigen noch viele Helfer. Unsere Aktiven aus Jahrgang 13, die jetzt Abitur machen und die Schule verlassen werden, müssen unbedingt durch jüngere engagierte Schülerinnen undSchüler ersetzt werden.

Interessierte melden sich gerne bei Frau Mandos über das Schulbüro.
der Stolperstein der 7b

 

Jungenpädagogik an der Ida Ehre Gesamtschule

Spätestens die Pisa Studie hat aufgezeigt, dass viele Jungen gegenüber Mädchen deutliche Defizite im schulischen und im sozialen Bereich aufweisen. An unserer Schule halten wir es für notwendig auf Bedürfnisse speziell von Jungen einzugehen. Dieser neu gestaltetet Raum bietet Möglichkeiten diesem Anliegen gerade im außerunterrichtlichen Bereich gerecht zu werden. Konkrete pädagogische Arbeit mit Jungen findet statt, ein umfassendes Konzept und die Ausweitung dieser Arbeit sind in Planung. 

Dieser Multifunktionsraum wird neben der jungenpädagogischen Arbeit vor allem als Proberaum für Theaterkurse (Darstellendes Spiel) und für Angebote innerhalb des Ganztagsbereiches genutzt.

psychomotorikraum

 

Menschenrechts-AG - Politikinteressierte immer willkommen!

Seit Herbst 2008 gibt es an der Ida Ehre Gesamtschule eine neue Arbeitsgemeinschaft!

Diese wendet sich an politikinteressierte Schülerinnen und Schüler (ab Klasse 10) und hat die Thematisierung von Menschenrechten zum Gegenstand. So werden auf der einen Seite aktuelle (schulbezogene) Ereignisse, wie z.B. die Abschiebung von MitschülerInnen, aufgegriffen, diskutiert und thematisiert und auf der anderen Seite eigene Veranstaltungen, z.B. zum „Tag der Menschenrechte“ (10. Dezember), geplant. Der Arbeitsschwerpunkt für die nächste Zeit wird das Thema: „Krieg für Menschenrechte?!“ sein.

menschenrechts ag_homepage neu

In der OASE-Kleingruppe werden Kinder der 6. Klassen in sechs Unterrichtsstunden separat gefördert, die im Lernen einen großen Nachholbedarf haben.

Eine von Oberstufenschülerinnen und -schülern betreute Hausaufgaben-Hilfe unterstützt Fünftklässler/inne/n gleich nach Unterrichtsschluss

Wir sind vierzehn SchülerInnen aus dem 11. Jahrgang und drei aus der Mittelstufe. Wir arbeiten an dem Projekt PIEC (Projekt Ida Ehre Courage) unter der Leitung von Ulrich Nehls von der Aktion Courage, einer Elternvertreterin und der Verbindungslehrerin. PIEC ist ein Projekt, in dem durch Übungen in den Jahrgängen 5 und 6 den SchülerInnen verdeutlicht werden soll, wie stark Gewalt an unserer Schule zugenommen hat und welche Rolle sie in ihrem Alltag spielt. Dabei versuchen wir, die TrainerInnen, ihnen zu zeigen, wie man dieser Gewalt aus dem Weg gehen bzw. sie verhindern kann. Die zu Aggressionen neigenden SchülerInnen lernen hierbei Möglichkeiten kennen, wie sie sich Problemen gegenüber anders verhalten und Auseinandersetzungen vermeiden können. Die stilleren SchülerInnen werden durch die spielerischen Übungen ermutigt sich zu wehren, sich einzubringen und ihre Gedanken frei auszusprechen. Ein großes Problem an unserer Schule ist, dass immer wieder SchülerInnen ausgegrenzt werden. Sie werden gemobbt, beleidigt, und gelegentlich enden Konflikte dieser Art in einer Schlägerei.Wir haben in Gruppen bis zu vier TrainerInnen an einem Vormittag mit den SchülerInnen aller 6. Klassen spielerische Übungen zum Sozialverhalten durchgeführt. LehrerInnen waren dabei nicht anwesend. Eines dieser Spiele sei hier exemplarisch erklärt, es behandelt das Problem der Ausgrenzung: In einer Gruppe von vier SchülerInnen wird ein bestimmtes Gesprächsthema festgelegt, bei welchem die Schlagworte durch andere ersetzt werden, zum Beispiel „Rauchen" durch „Lesen" und „Zigarette" durch „Buch".  Zusätzlich kleben sich die vier jeweils einen roten Punkt ins Gesicht, der sie deutlich als zusammenhängende Gruppe kennzeichnet. Im Laufe des folgenden Gesprächs stehen die vier TeilnehmerInnen jedes Mal auf und setzen sich einen Platz weiter, sobald ein bestimmtes, vorher verabredetes Wort (z. B. „und") fällt. Sie wissen also untereinander bestens Bescheid, haben ihren eigenen Ablauf und reden über das Thema „Lesen". Während sie sich unterhalten, werden drei freiwillige SchülerInnen, die bis jetzt vor der Tür gewartet haben, hereingeholt. Sie haben keine Ahnung von den Absprachen in der Gruppe und versuchen nun, das Geschehen zu durchschauen und am Gespräch teilzunehmen. Den SchülerInnen wird nicht verboten, jedoch auch nicht vorgegeben, Fragen zu stellen oder etwas zu erklären. In der Vorbereitung wurde uns deutlich, dass es einem gar nicht so leicht fällt, Fragen zu etwas zu stellen, wenn man bemerkt, dass eine Situation für die anderen SchülerInnen selbstverständlich ist und man selbst keine Ahnung hat, worum es geht. Nach der Durchführung können wir sagen, dass dieses Spiel wirklich etwas bewirkt. Die SchülerInnen haben sich anschließend angeregt darüber unterhalten, wie sie sich gefühlt haben, und stimmten uns zu, dass es genau so immer öfter bei ihnen, in der Realität, abläuft. Wir denken, dieses Spiel ist eine gute Möglichkeit für fest in einer Gruppe integrierte SchülerInnen, mal zu erleben, wie es ist ausgegrenzt zu werden, aber auch umgekehrt für „AußenseiterInnen", in einer Gruppe eingebunden zu sein. Am Ende jeder Übung gab es eine Gesprächsrunde, in der alle SchülerInnen äußern konnten, was ihnen aufgefallen ist oder bekannt vorkam. Allgemein versuchten wir mit unseren Übungen das Verhalten in Gruppensituationen und Vorformen von Gewalt, z.B. Ausgrenzung, deutlich zu machen. Mit gutem Gewissen können wir sagen, dass wirklich etwas bei den Kindern angekommen ist von dem, was wir ihnen gezeigt haben. Daneben haben wir mit Erstaunen festgestellt, dass die Kinder die Abwesenheit der LehrerInnen genutzt haben, um mehr von sich preiszugeben. Jedes Kind hat irgendwann im Laufe des Tages zu irgendeinem Thema Stellung genommen, und viele haben sogar über ihre privaten Probleme und Krankheiten gesprochen, was wir gar nicht erwartet hatten. Zu jeweiligen Problemen in der Klasse wurden am Ende Lösungen oder Ansätze zur Lösung erörtert, und wir denken, es ist wichtig und intensiver für die Kinder, wenn ihnen Jugendliche versuchen, die wichtigen Fakten des Umgangs miteinander spielerisch zu erklären und spielerisch Lösungen für verschiedene Probleme zu finden, als wenn sie nur mit ihrem/ihrer LehrerIn darüber sprechen, von dem sie sich schon entfernt fühlen, weil er/sie ein/e Erwachsene/r ist. Als Fazit des ganzen Projektes und dessen Umsetzung in den jungen Jahrgängen können wir sagen, dass wir begeistert und erstaunt sind, mit was für einem Interesse die Kinder an dieses Projekt herangegangen sind und was man durch etwas Engagement und Zeit erreichen kann. Wir hoffen, die Kinder wenden ihr Erlerntes nun auch an und denken mehr darüber nach, was sie tun oder nicht tun sollten. Vielleicht können wir es wirklich schaffen, dass wieder mehr Respekt unter den SchülerInnen herrscht und die Gewalt vermindert wird, denn das ist das Ziel dieses Projekts.
Text von Marie Garroth und Jelena Morgenstern (Jahrgang 11)